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COVID-19 – eine neue Herausforderung für Mobilitätsdienste

Hätten Car-und Ridesharing-Services die Krise besser überstanden, wenn die Fahrzeugausstattung entsprechend vorbereitet gewesen wäre?

Das Ziel, Mobilität zu teilen, führt zu tiefgreifenden Problemen durch die COVID-19 Pandemie. Im nachfolgenden Kommentar schildert Dominik Staudenmaier von Consulting4Drive, dem Beratungsunternehmen der IAV-Gruppe, offene Fragen in der Zukunft der Mobilitätsanbeiter und zeigt Optimierungspotenziale bei den Dienstleistern auf.

Nicht nur die sinkende Nachfrage nach Mobilitätsdiensten aufgrund der Ausgangsbeschränkungen, sondern auch die zunehmende Bedeutung des Hygieneschutzes und der Infektionsgefahr stellt Anbieter vor weitere Hürden.

Häufig diskutierte Fragen, sind Thesen über nachhaltige Veränderungen in der Post-Corona-Zeit – oder wird doch alles wieder zum Alten zurückkehren?

 

Unser heutiger Alltag hat sich in den vergangenen Wochen stark verändert. Mobilität und Konsum sind deutlich eingeschränkt, nach und nach rücken Werte wie Solidarität und insbesondere Sicherheit in den Vordergrund. Allgemein entwickelt sich der Verlauf einer Krise über verschiedene Phasen, hin zu einem Wertewandel von Individuen und der Gesellschaft. Beginnend mit Schock, Angst, sozialer Isolation über Wut bis hin zur Akzeptanz und neuen Werten, die jeden einzelnen in der Zukunft leiten.

Die Frage im automobilen Umfeld die sich hierbei stellt lautet: „Welche Werte werden dies langfristig sein und werden diese Werte neue Geschäftsbereiche wie die Elektromobilität, das Autonome Fahren, das Carsharing und Online Services nachhaltig beeinflussen?

Neue Player erschienen am Automotive-Horizont und drohten mit innovativen Diensten alte Platzhirsche zu verdrängen. Doch nun scheint die Coronakrise neue Mobilitätsdienstleister vor weitere Herausforderungen zu stellen. Nicht nur die sinkende Nachfrage nach Mobilitätsdiensten aufgrund der Ausgangsbeschränkungen, sondern auch die zunehmende Bedeutung des Hygieneschutzes und der Infektionsgefahr stellt Anbieter vor weitere Hürden. Erste Untersuchungen zeigen, dass Konsumenten zunehmend gesundheitspräventiver Ausstattung bei der Fahrzeugkonfiguration Bedeutung schenken. Auch deutet sich an, dass bisherige ÖPNV-Nutzer in den kommenden Monaten, den Kauf eines PKWs erwägen.

Alles nur ein Hype oder werden diese Konsumententrends auch in der post Coronaphase wirken?

Das eigene Auto und Fahrrad erscheinen in der Coronakrise das sicherste Verkehrsmittel. Das Risiko der Ansteckungsgefahr im ÖPNV, Car- oder Ridesharing scheint den Konsumenten zu groß. Die Gründe hierfür sind nachvollziehbar, zu viele Kontaktpunkte mit fremden Menschen und Oberflächen sowie strikte Hygienevorschriften verunsichern. Die frühsommerlichen Wetterbedingungen der vergangenen Wochen luden zum Fahrradfahren ein, aber wie wird das Nutzerverhalten im Herbst und Winter sein? Sind ÖPNV, Car- und Ridesharing dann wieder eine Alternative? Eine mögliche Option den Konflikt zu umgehen, ist zum Beispiel die Nutzung von Kurzzeitleasing-Angeboten. Denn hier besteht nicht der Konflikt ein Fahrzeug kaufen zu müssen, um der Gefahr vor dem Kontakt zu anderen Passagieren oder nicht gereinigten Oberflächen bei Sharingkonzepten ausgesetzt zu sein.

Die Herausforderung der Anbieter besteht darin, den Kunden die größtmögliche Sicherheit gegen eine Infektion zu gewährleisten.

Werden Car- und Ridesharing-Sevices also die langfristigen Verlierer sein?

Die Herausforderung der Anbieter besteht darin, den Kunden die größtmögliche Sicherheit gegen eine Infektion zu gewährleisten. Dies bedeutet, die Kontaktpunkte mit Oberflächen sowie zu fremden Passagieren auf ein Minimum zu reduzieren. Erste Ansätze zum Schutz der Fahrgäste gibt es hier bei der Fahrzeugkonzepterstellung, wie in den selbsterstellten Skizzen veranschaulicht. Diese sieht beispielsweise einfache Lösungen wie selbstöffnende Türen, sterile Haltegriffe, Onboard-Desinfektionslösungen und getrennte Fahrgastkabinen vor. Weitergehende Innovationen, wie zum Beispiel die Verwendung neuer Materialien sowie der Einsatz neuer Desinfektionsmethoden durch Licht und Messsysteme zur Ermittlung der Keimbelastung sind zu erproben.

Es bedarf weiterer Innovationen, um die Fahrzeugkonzepte sicherer zu machen.

Warum ist es wichtig die Probleme zu lösen?

Sharingangebote liefern einen wichtigen Beitrag, unsere Innenstädte langfristig durch Verkehr und Emissionen zu entlasten. Diese sind Teil multimodaler Mobilitätskonzepte unserer Städte. Wie stark die Auswirkung der Coronakrise unter dieser Perspektive sein wird, gilt es weiterhin zu beobachten. Die consulting4drive hat sich diesem Thema angenommen und verknüpft kurzfristige Erkenntnisse mit langfristigen Auswirkungen im Mobilitätsumfeld.

Wie bewerten Sie diese Herausforderungen?

Ein Kommentar von Dominik Staudenmaier.

Skizzen by Staudenmaier

D.Staudenmaier@consulting4drive.com